"EINE LESUNG MIT MICHAEL BAUER IST EIN AUSSERORDENTLIICHES HÖRVERGNÜGEN"
Wiesbadenen Kurier

WAS DIE PRESSE SAGT 

"

"Man hat sich hat sich an seine liebevoll versponnenen Miniaturen gewöhnt, die er Winzlyrik nennt und darüber fast vergessen, dass Michael Bauer ein Sprach-Poet ist, der auch ein wunderbarer Geschichtenerzähler sein kann."

Dagmar Gilcher über "Holt die Tauben aus dem Schlag", Neuerscheinung, Wellhöfer Mannheim. 15E

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Michael Bauer ..schreibt...in einer Art, die uns Hörern und Lesern neue Blickwinkel eröffnen oder unsre eventuell fest gefügte Gedankenwelt verrücken soll. Seine Texte sind keinen modischen Strömungen unterworfen. Sie haben Bestand und werden die nächste Generation genauso berühren wie  uns.  
(Uta Weisskopf, CLUB EBENE 1)

Eingängig sind diese griffigen, wohlklingenden Formulierungen durch den reizvollen Kontrast, den die Härte der Aussage und die Weichheit des Aussagens, die apodiktische Prosa des Inhalts und die parlandohafte Poesie der Form bilden. Eingängig wirkt auch die formelhafte, schwerelose Klarheit. Bauers Sprache ist nicht wie Musik, sie ist Musik. Jedes Wort ist eine musikalische Note.
DIE RHEINPFALZ

"Ein Autor mit einem unnachahmlich pointierten, dichten Stil."
DIE RHEINPFALZ

"Ein großer Poet"
(Gabriele Weingartner, PEN Deutschland)


"Eine Sprache voller Witz und zarter Ironie."
Süddeutsche Zeitung

"Längst ist Sprache für ihn zu einer vielfältigen Spielart geworden, die keine Berührungsängste vor dem Mittelhochdeutschen, dem Französischen oder dem Englischen kennt."
Mainzer Allgemeine Zeitung

"Genial war der musikalische Dialog mit Benno Burkhart." 
Mannheimer Morgen

"In Michael Bauers Stück `Es war e schääni Zeit` kommt der erdverbundene Menschenschlag aus der Gegend von Kaiserslautern zum Ausdruck" .
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Michael Bauer ...vereint kunstvoll Paris mit Pirmasens, Washington mit Worms, flüstert Liebesworte, wie sie noch keiner gehört hat. Man hätte ewig zuhören können."  
Wormser Zeitung

LIEFERBARE BÜCHER

Presse plus Bestelldaten

Neu Herbst 2017

"Holt die Tauben aus dem Schlag" . Geschichten, Reden, Verse und eine Predigt. Wellhöfer Verlag Mannheim . 2017 . 150 Seiten. 15 Euro. ISBN 9 763954 282371

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Sehr originell und sprachlich wunderbar gelöst. Das "Palais" witzig. Hab dich dabei die ganze Zeit vor mir gesehen. Nur halt ohne Stehpult. Der Tod deiner beiden Väter hat mich gerührt - als "Nachgeborener" hab ich gleich mal ein Bild von Pius XII. gegooglet. Ist das Literatur oder warst du echt ein so frommes Kind? Und der "Lätze Lottel" ist super…Wie war das? Zwei Grundstücke, die ineinander passen wie ein Mann in eine Frau? ([Fast] niemand kann sowas schreiben, ohne dass es schlüpfrig ist!)

Andreas Kohler, SWR


2016

"Plauderwelsch und Pfalzgezeter"

Prosa und Lyrik. Paperback mit einer Titelzeichnung

von Xaver Mayer. Mannheim. Wellhöfer Verlag 2016 ,99 Seiten 

ISBN 978-3-95428-200-5   Euro 9.95

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"... Ein großes. ehrliches Büchlein ist dir da gelungen. Ich wünsche ihm verdient ganz viele Leser, Zuhörer, Welterkunder..."
Natascha Huber


 
"Mal hochdeutsch singend, mal im Kurpfalz-Ton sinnend - spießen den Zeitgeist auf, wo er Ungeist geworden, sei's in weiter Welt oder hiesig, im einstigen Lande von Freund Siebenpfeiffer und Bruder Hecker. Mal traurigernst, mal zornentbrannt; bald gallenbitter, bald schmunzelgiftig: hier dreifachdeutig, da klirrendklar - dort sogar voll Liebe zur Heimat, der allzu oft "alla gud"-selig fremden."

Andreas Pecht 

2016

"Der dreizehnte Bäcker", 

Erzählung, herausgegeben von der Gemeinde Herxheim,

gestaltet von Anette Bundschuh.  Euro 5.-

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"Diese Darstellung ist jedem tief in die Seele gedrungen."

Die Rheinpfalz




CD-Album "Weltunnergangsblues`

Michael Bauer/ Rezitation, Hans Reffert und Wolfgang Schuster/ Instrumente.
13 Takes, 45 min Spielzeit, 40seitiges Booklet ,  Edition Red 2015 , Preis 15 Euro

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"... das ist eine ganz starke CD! Herrlich leicht und gleichzeitig tief. Klasse Texte, wunderbare Musik, ganzheitlich sehr schön gestaltet."
Bernd Schlegel , Ludwigsburg


"Einige Texte erzählen vom Blues, den man auch in der Pfalz haben kann, von der Pferdemetzgerei neben dem FCK-Stadion. Von verlogenen Idyllen und der altdeutschen Lust am Killen zwischen Weinstraße und Wehrmacht. Aber mit eigenen , mit ganz ungewöhnlichen Textformen, die sich um keinen Kanon kümmern...""
Theo Schneider, SWR 2


Buch "PFALZKÖNIG" 

Winzlyrik mit Bildern von Xaver Mayer. 2014. Preis 10 Euro. Zweite Auflage
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"Dieses Buch ist ein Schatz"

SWR2 - Lesezeichen

Buch "Slevogts Tod"
Anthologie mit der Kriminalerzählung gleichen Namens und denen anderer
Autoren. Agiro Verlag. 19 Euro
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LESEPROBE / NEUMANUSKRIPT 

DAS  SCHULHEFT.

In der fürchterlichen Schlacht von Verdun habe der beste Freund  des Großvaters Schulter an Schulter mit ihm  gekämpft.  Der Freund  sei -von einer Kugel getroffen- in seinen Armen gestorben. Nein,  nicht der Großvater berichtete  das, die Großmutter erzählte es, sehr leise und nur in Abwesenheit ihres Mannes. Sie sagte auch nicht  „fürchterliche Schlacht“, sondern  nannte den militärischen Namen eines Frontabschnitts und sprach davon, dass es „der Franzose“ gewesen sei. . Es klang, als sei da ein einzelner, gigantischer  Gallier auf den Plan getreten und habe Opas Herzbruder heimtückisch niedergestreckt. 

Dadurch, dass Großmutter  das Geheimnis immer und immer wieder mitteilte, entstand vom Sterben des Freundes in meiner Phantasie ein Bild, das sich wie von selbst immer lebhafter ausgestaltete: Großvater sitzt auf einem Stein inmitten des sich weit  dahinziehenden Schlachtfeldes. Die Dämmerung zieht herauf. Es raucht und knallt nur noch vereinzelt,  wie in den Indianerfilmen, die ich kenne.  Ein malerisches Abendrot hüllt die Szene in warmes Licht. Der Großvater hat den Helm abgesetzt. Der Freund liegt mit verhalten blutender Wunde quer über seinen Knien. Nein, er liegt nicht einfach. Sein Körper: Malerisch hingestreckt. Eine Pietà.  Großvater an Stelle der Gottesmutter, der Freund ein sterbender Heiland. Seine Lider sind schon halb gebrochen. Er stammelt fast tonlos einen letzten Gruß an Frau und Kind. Die Gefährten versichern sich gegenseitig  der unverbrüchlichen Treue  über jeden Tod hinaus.  Dann fällt sein Kopf des Freundes zur Seite und der Großvater drückt ihm sanft die Augen zu.

 Immer in denselben Redewendungen hatte die Alte es erzählt. Leise und verstohlen.  Was war das für ein heiliger Krieg gewesen? Ich begab  mich auf die Suche nach weiteren Spuren.  Im Wohnzimmer befanden sich auf einem kleinen Bord  Bände mit ledernen Einbänden.  In gotischen Lettern trugen sie den Titel „Die stählernen Jahre“.  Darin Fotos mit  Soldaten. Geschmückte Soldaten. Marschierende Soldaten. Soldaten, aus überfüllten Zügen winkend. Soldaten in  Unterhemden, rauchend. Soldaten mit weißen Verbänden an Armen, Beinen und Kopf. Auch  rennend mit Gewehren. Oder neben Kanonen, sich die Ohren zuhaltend.  Tote  waren auf diesen Fotos keine zu sehen.  Höchstens  hie und da am Bildrand einer,  in der Ferne, wie gerade hingefallen. Meist ein Engländer mit flachem Helm. Der Freund des Großvaters schien der einzige deutsche Tote dieses Krieges gewesen zu sein. Und was für ein würdiger  Tod!

 Im Küchenschrank fand ich ein braunes Zelluloidkästchen. Darin eine Anstecknadel aus buntem Stoff und eine leicht verformte Kugel aus Blei. Wie ich herausfand, gehörte sie zu dieser weißlich gewölbten Narbe an Großvaters Unterschenkel. Er war leicht verwundet worden. Wie gnädig war dieser Krieg mit dem Großvater gewesen!

Der Enkel des Gefallenen und ich waren als Kinder unzertrennlich.  Ich nannte ihn meinen besten Freund. Wir spielten auch oft bei Großmutter im Garten, auch noch nach Großvaters Tod,  und ich glaube , einmal hatte sich sogar die graue Bleikugel aus dem Zelluloidkästchen unter unsere bunten Murmeln gemischt.   Als wir beide in dem Alter waren, in dem man sich ewige Blutsbrüderschaft schwört, kam mir die Geschichte mit  unsren beiden Großvätern und dem Hinscheiden des seinen in Freundschaft in den Sinn. Aber ich wusste nicht, mit welchen Worten ich über das Familiengeheimnis sprechen sollte. Zumal auch mein Freund zu dieser Zeit  einsilbiger wurde. Wir sahen uns seltener. Schließlich riss der Kontakt ganz ab und wir verloren uns, jeder in eine andere Stadt hinein.  

 Jahre später starb die  Großmutter. Meine Frau half mir, den Haushalt aufzulösen.   Sie stieg auf dem Dachboden hinauf.  Blieb auffällig lange oben. Verhielt sich ungewöhnlich still.  Ich rief. Sie antwortet leise. Ich kletterte die kleine Stiege hinauf.  Sie saß vor einer kleinen Kiste.  

„Großvaters  Tagebuch!“ sagte sie. Zögernd reichte sie mir ein altes Schulheft. „ Viele haben vor Schmerzen um den Todesschuss gefleht…“

Und während ich las, fügte sie wie zum Trost hinzu:

„So ist das oft im Krieg!“

Ich habe meinen Kinderfreund wiedergetroffen.  In seiner Familie war der Hergang  lange vorher bekannt gewesen.  Einer der Frontkameraden hatte das Bild, das er im Kopf hatte, nicht loswerden und hatte aus Amerika, wo er später lebte, einen Brief geschrieben.  

Mein Freund und ich, wir haben uns dann gefunden. In meinem Kopf zerbröselten, während wir zögernd  miteinander  zu sprechen begannen, vieles von meiner Phantasie golden Umrandete.  Ich  buchstabierte mich neu durch meine Jahrzehnte. Fand unter Seelenschmerz neue Begriffe und eine wahrhaftigere Grammatik. Mein Freund, der darin einen Vorsprung hatte, half mir behutsam dabei.  

Manchmal, wenn das stockt, fassen wir uns stumm bei den Händen.  

 

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